SEHENSWÜRDIGKEITEN

Pfarrkirche zum Hl. Leonhard

Nähere Infos und Führungen:
Ratsvikarin Christine Resch (03358/2232)
Pfarrsekretärin Christine Bauli (0676/880703195)
Mesnerin Maria Bischof (0676/880703196 oder 03358/3234)

Patriziuskapelle mit Pestsäule

Römischer GrabsteinDer römische Familiengrabstein von Litzelsdorf (im Rathaus)


Das südliche Burgenland ist eine archäologisch hochinteressante Landschaft.
In den Wäldern der Bezirke Oberwart,
Güssing und Jennersdorf liegen hunderte Grabhügel, entweder einzeln oder in größeren und kleineren Gruppen. Die meisten dieser Hügel stammen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus, aus der frühen römischen Kaiserzeit. Damals war es Sitte, über den Brandbestattungen der Verstorbenen einen mehr oder weniger hohen Erd- oder Steinhügel als bleibendes Erinnerungsdenkmal für die Toten aufzuschütten.
Diese auffälligen Erdhügel, die zahlreich auch um Stegersbach zu finden sind, waren der Bevölkerung schon immer bekannt. Durch wilde Schatzgrabungen, die aber nie die erhofften Kostbarkeiten zutage förderten, aber auch durch Grabungen zur Steingewinnung wurden früher leider viele Hügel zerstört. Aus einer solchen Aufgrabung zur Steingewinnung stammt ein römischer Grabstein, der am 3. Mai 1890 vom Grundbesitzer Heinrich Fassl in einem Grabhügel im Körbelwald gefunden wurde.

Dieser Inschriftstein ist heute im Rathaus Litzelsdorf zu besichtigen. Die Kleinfunde aus dem Grabhügel und von weiteren Hügeln gelangten unter anderem in die Erdödische Schloßsammlung in Rotenturm.
Wie bereits erwähnt, wurde dieser Römerstein im Jahre 1890 bei Steingewinnungsarbeiten in Hügel 7 der Grabhügelgruppe Litzelsdorf, Körbelwald 1, auf der dem Gastwirt Heinrich Fassl gehörigen Waldparzelle 2723 gefunden und im Ort Litzelsdorf, oberhalb des Eingangstores zu einem Keller eingemauert.

Die Inschrift lautet:

T • VEDIVS • FVSCIN
VS • ET MERCVSENI
A • MESIA • C • L • F • IVLIA • VERA
C • F • AN • XX

  Das heißt:

T(itus) Vedius Fuscinus
et Mercusenia
Mesia C(ai) l(iberta f(ecerunt) Iulia Vera
C(ai) f(ilia) an(norum) XX


In Übersetzung und Ergänzung:
Der römische Bürger Titus Vedius Fuscinus und Mercusenia Mesia, die freigelassene Sklavin des Caius, haben für die im Alter von 20 Jahren verstorbene Julia Vera, die Tochter des Caius, das Grabmal errichtet.


Inschrift und Grabhügel stammen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus,
Titus Vedius Fuscinus hatte, wie seine drei Namen verraten, das römische Bürgerrecht. Er war kein Einheimischer, sondern stammte vermutlich aus Aquileia in Oberitalien und hat wohl im Zuge der Veteranendeduktionen (Landschenkungen an verdiente Soldaten) ein Landgut zugeteilt erhalten.


"Fluchtburg" - Ringwallanlage
Hügelgräber
 
   
   
   

 

 

 

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